Als der Krieg kam, hatte ich mit Hitler nichts mehr zu tun: by Gabriele Rosenthal (auth.), Gabriele Rosenthal (eds.)

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Ihre Erinnerungen an den nationalsozialistischen Terror gegeniiber der jiidischen Bevolkerung, den sie als Angestellte eines jiidischen Geschafts und als Frau eines Spediteurs, der wohl mit der Arisierung jiidischen Besitzes zu tun hatte, selbst erlebt hat, bedriicken sie deshalb kaum. Sie beruhigt sich mit dem Schein-Entlastungsargument der Auswanderungsmoglichkeit. Mit dieser Reparaturstrategie, die wir "Entpolitisierung" nennen, soli die NS-Vergangenheit wieder normalisiert werden. Das Ungewohnliche an Frau Schilds Rekonstruktion ihrer Lebensgeschichte ist die Durchgangigkeit, mit der sie diese Strategie einsetzt, eine Moglichkeit, die sich wegen des Geschlechtsrollenverstiindnisses eher Frauen als Mannem anbietet.

Daraufhin bildete sich in Lettland eine deutsch-baltische Landeswehr, die unterstiitzt von deutschen Freicorps - Riga zuriickerobem konnte. 1920 kam es dann emeut zur Staatsgriindung Lettlands, das aus Kurland und Livland gebildet wurde. Mit der demokratischen Regierungsform Lettlands stellten die baltischen Deutschen nicht mehr traditionsgemiiB die Fiihrungsschicht (vgl. Hehn 1982: 52 9), denn ihre auf Stiinderecht und Gro6grundbesitz beruhende Stellung und ihre Position als Trager der autonomen Verfassungen der ehemaligen baltischen Provinzen war aufgehoben.

Ihre personliehen Erinnerungen an den Beginn des Krieges schildert sie gleieh zu Anfang des Interviews: "da war ieh also grade verheiratet zwei Jahre und hatte ein Kind gekrieht, die Elisabeth war, zehn Monante a1t, und eines Morgens saO ieh dann in der Kiiehe=das wird wohl der erste oder zweite September gewesen sein und da kam also durchs Radio daB der Krieg ausgebrochen war, am Naehmittag zuvor, wir wohnten in Biinde in der BahnhofsstraBe «holt Luft» war mir aufgefallen daB bier immerzu Flugzeuge riiberkommen, das war stundenlang (I) da dachten wir na ja was soil das bedeuten das is ja eigentiimlich Man6ver gabs ja noch nieht, und am niiehsten Morgen kam durchs Radio ieh fiitterte gerade mein Baby und da kam daB wir=in=A>len einrnarschiert waren und da begann der Krieg da blieb einem vor Angst a1lerdings das Herz stecken=ieh bin ja grade noch im Ersten Weltkrieg geboren und was wir von unsern Eltern wuBten also Angst hatte man sehon obwohl damals nieh so die Zivilbevolkerung betmffen war" (1/30) Obwohl Frau Schild, wie wir gesehen haben, mit nationalsozialistischer Politik hautnah in Beriihrung gekommen war, schildert sie den Beginn des Krieges wie ein fUr sie vollig unerwartetes Naturereignis, indem sie sich ganz auf die Perspektive einer nur mit den alltiiglichen Routinen beschiiftigten Haus- 35 frau und Mutter beschriinkt und den Krieg ohne Vorgeschichte und Initiatoren - scheinbar wie von selbst - beginnen lii6t.

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